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Schließung der Geriatrie in Braunfels: Bürger und Bürgermeister kämpfen um die medizinische Zukunft der Region

Dr. Günter Post,
Chefarzt a.D., Geriatrie u. Med. Klinik III am Klinikum Wetzlar-Braunfels

Dr. med. Bernd Göbel 
Chefarzt a.D., Geriatrie u. Med. Klinik III am Klinikum Wetzlar-Braunfels
Dr. med. Hans-Joachim Witkop  Facharzt für Allgemeinmedizin  
2. Vorsitzender IG Falkeneck         
Christian Beithecker
Bürgermeister von Braunfels u.
1. Vorsitzender IG Falkeneck e.V.

Die geplante Schließung der Geriatrie am Krankenhaus Falkeneck in Braunfels sorgt für große Unruhe unter der Bevölkerung und den politisch Verantwortlichen im Lahn-Dill-Kreis. Über 9.500 Bürgerinnen und Bürger haben bereits gegen den Schritt protestiert. Bürgermeister Christian Breithecker und die Interessengemeinschaft Krankenhaus Falkeneck e. V. fordern in einem eindringlichen Appell an den Kreistag einen Kurswechsel und warnen vor einem unwiederbringlichen Verlust für die Gesundheitsversorgung einer alternden Bevölkerung.

Setzen sich für das Krankenhaus Falkeneck am Standort Braunfels ein.

Die geplante Schließung der Geriatrie am Krankenhaus Falkeneck in Braunfels sorgt für große Unruhe unter der Bevölkerung und den politisch Verantwortlichen im Lahn-Dill-Kreis. Über 9.500 Bürgerinnen und Bürger haben bereits gegen den Schritt protestiert. Bürgermeister Christian Breithecker und die Interessengemeinschaft Krankenhaus Falkeneck e. V. fordern in einem eindringlichen Appell an den Kreistag einen Kurswechsel und warnen vor einem unwiederbringlichen Verlust für die Gesundheitsversorgung einer alternden Bevölkerung.

Gesundheitsversorgung steht vor Umbruch

Das deutsche Gesundheitswesen steht durch das neue Krankenhausreformgesetz und demografische Veränderungen unter erheblichem Druck. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen stehen auch die drei kommunalen Krankenhäuser in Wetzlar, Braunfels und Dillenburg zur Disposition. Besonders der Standort Braunfels mit seiner etablierten Geriatrie und der Schmerz- und Wirbelsäulentherapie ist nun gefährdet. Während betriebswirtschaftliche Überlegungen eine Verlagerung von Abteilungen nahelegen, machen Bürgermeister und Bürger auf die gesellschaftliche Verantwortung der Kreispolitik aufmerksam: „Neben einer sorgfältigen Haushaltsführung darf die langfristige Ausrichtung des Gesundheitsstandortes Braunfels und der Nutzen für die Bürgerschaft nicht aus dem Blick geraten“, mahnt Breithecker.

Braunfels – bewährter und zukunftsfähiger Geriatrie-Standort

Breithecker betont die besondere Bedeutung des Krankenhauses Falkeneck. Der Luftkurort Braunfels eigne sich dank seiner ruhigen, parkähnlichen Umgebung und guten Infrastruktur ideal für die geriatrische Rehabilitation. Der aktuelle Bedarf an Betten übersteigt das Angebot – ein Trend, der sich durch den demografischen Wandel weiter verschärfen dürfte.

Das Krankenhaus Falkeneck mit seiner Geriatrie in Braunfels war einst eine der führenden Einrichtungen Hessens. Dennoch wurde dort in den letzten Jahren zunehmend abgebaut. Gründe wie die Corona-Pandemie und die Unsicherheit durch die Reformpläne hätten den Fokus auf kurzfristige Lösungen gelenkt – zu Lasten der nachhaltigen Versorgung. „Es ist jetzt absehbar, dass gerade die Rehabilitation und spezialisierte geriatrische Versorgung immer wichtiger werden“, warnt der Bürgermeister. Eine bloße Verlagerung nach Wetzlar sei nicht praktikabel, weil sowohl Ausstattung als auch das hochspezialisierte, engagierte Personal fest mit dem Standort verwurzelt seien.

Breite Unterstützung aus Bevölkerung und Fachkreisen

Die Protestwelle zeigt die große Betroffenheit. Tausende Unterschriften und zahlreiche Bürgerzuschriften machen deutlich, wie sehr den Menschen vor Ort das geriatrische Krankenhaus am Herzen liegt. Gemeinsam mit Experten wie Dr. med. Bernd Göbel, Dr. med. Günter Post und Dr. med. Hans-Joachim Witkop fordert Breithecker, dass „sinnvolle Konzepte in Zusammenarbeit aller Beteiligten erarbeitet werden, um die Klinik zu sichern und auszubauen“.

Die Beteiligten warnen nachdrücklich davor, die bewährte Klinik allein aus Kostengründen zu schließen. Ein solcher Schritt wäre „irreversibel und würde den Verlust einer wichtigen Einrichtung für unsere alternde Gesellschaft bedeuten“.

Kritik an Informationspolitik, Appell für offene Diskussion

Breithecker kritisiert zudem, dass die politischen Gremien im Lahn-Dill-Kreis zuletzt zu wenig und zu einseitig informiert wurden. Er fordert mehr Transparenz und einen offenen Dialog über die Zukunft der Gesundheitsversorgung in der Region. „Der Unmut in der gesamten Region ist groß. Von den politischen Gremien wird eine Kurskorrektur erwartet“, so der Bürgermeister von Braunfels.

Gesundheitsstandort mit Modellcharakter

Der Fall Braunfels belegt: Die medizinische Versorgung ist nicht nur eine Frage von Effizienz, sondern von gesellschaftlicher Verantwortung. Die Schließung des Krankenhauses Falkeneck mit seiner Geriatrie wäre ein schwer zu korrigierender Fehler, der weit über die Stadtgrenzen hinaus Folgen hätte. Breithecker bietet den Entscheidungsträgern deshalb erneut das Gespräch an und sieht in Braunfels ein Modell für gemeinwohlorientierte, zukunftssichere Gesundheitsstrukturen auf dem Land.

Ob der Kreistag sich dem Appell anschließt und den Standort Braunfels als Zukunftsinvestition betrachtet, bleibt offen. Die hohe Zahl der Unterstützer und die fachliche Expertise sprechen jedoch eine deutliche Sprache: Der Erhalt des Krankenhauses in Braunfels ist für viele Menschen der Region existenziell – und für die medizinische Versorgung der Zukunft unverzichtbar.

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